Aeste

Kapitel

Äste

Die Äste sind jene starken Arme eines Baumes, mit denen er sein eigenes Laub oder die schwere Last der Nadeln trägt. Aus diesen sprießen im Frühjahr die Knospen hervor. Dann, wenn das geschehen ist, weiß man es, dass bald wieder bessere Zeiten kommen werden.

Mancher Wind greift an der Krone eines Baumes an und zerrt mit Kraft. Da muss der Baum sich beweisen. Auch das Wasser vom Himmel, dieser Regen belastet ihn zuweilen. Da spürt er manche Abkühlung. So hat er es gut, wenn die Sonne mit ihrem Lichtschein ihn wieder trocknet. Manche üble Fäulnis wird so abgewendet.

Hügel, Aquarell

Sprachgestaltung

In den Gedanken ein Arbeiter sein

Mehr als mein Leben mir gerade aufgezeigt hat, könnte ich nicht bei mir bedenken. Allein nur das, was ich bei mir behalte, wird für die kommenden Zeiten bewahrt. Da bin ich mir sicher, dass es wertvoll und wichtig für mich ist, was ich erfahre und erlebe. Das wird mein Gutes sein. Dieses soll das Eigentliche sein, aus was ich den Fundus für mein Kunstschaffen schöpfen möchte.

Die Arbeit damit leiste ich gewissenhaft. Das alles, was hierbei schon wahr geworden ist, hat mich selbst mit etwas ausgestattet, dessen Wert ich bestimmen kann. Seitdem diese Dinge bei mir eingependelt sind, ist das so bei mir gegeben.

Mein Werk steht in unmittelbarem Zusammenhang mit dem von mir Zeit meines Lebens bewahrten und weiter ausgebauten Fundus an eigenen Dingen, welche ich besitze. Diesen Bestand an eigenen Gütern versuche ich zu beherrschen, indem ich ihn sprachlich aufbereite. Das soll ein regelrechtes Aufforsten meiner Dinge sein, was ich da als Sprachgestalter tue. Mit meinem Werkschaffen bilde ich nach und nach das Gesamte davon ab, was mir selbst zu eigen ist. Das hat mir schon so manchen Frieden gestiftet und mich erfüllt. Im Laufe der unterschiedlichen Phasen meines Lebens seit dem Winter der Jahre 2004 und 2005 habe ich so das heutzutage Bestehende erreicht. Mein Schicksal hat mich wieder näher an mein Kunstschaffen herangeführt.

Da habe ich meinen Lebensweg wiederum verstanden. Ich bin dazu in mich gegangen und habe mein Gutes freigelegt. Dabei sind vielerlei Arten von echten Lebensfragen bei mir aufgekommen und haben einer Klärung bedurft, eine solche aber zeitweise auch erfahren. Nun eine Aufbereitung davon, was mich ausmacht, zu geben, das erscheint mir selbst erforderlich, schließlich sind doch meine Werke teilweise ungewöhnlich von ihrer Art.

Inzwischen hat so manches davon, was ich bereits geleistet habe, bei mir wieder zu seinem Bestand gefunden und ist von mir aktualisiert worden. Flechte ich jetzt meine tatsächlichen Gedanken und Ideen dazu in die bereits bestehenden Textwerke meines 'Baukastens' ein, so tue ich das nun doch vorsichtiger denn je. Somit ist es gegeben, dass ich meine Basis zu solchen Momenten der eigenen Betätigung weiter ausbaue. Ich schreibe zumeist Aphorismen, male psychedelische Bilder und musiziere auf eine monotone Weise in meiner freien Zeit, was mich durchaus erfreut. Das Gesamte davon bereichert mein Leben so stark, dass ich es vorhabe, diese Kunstsache fortzusetzen.

Für mich selbst, aber auch für meine Mitmenschen im direkten Umfeld von mir trete ich dabei ein, während ich meine Werke gestalte. Da ich gegenwärtig vor allem anderen darauf fokussiert bin, einfache Dinge aufzubereiten, kann ich es wahrscheinlich auch zurecht so sagen, dass ich mich dadurch konsolidiere. Hat das alles auch grobe Züge zu eigen, so stellt es sich doch heraus, dass ein Rahmen für meine Dinge auf diese Weise gebildet werden kann. Andere Menschen werden so etwas genauso tun können, insofern sie sich entsprechend ihres eigentlichen Gemüts an den eigenen Materialien zu betätigen wissen. Darin bin ich mir sicher, dass so etwas für den Menschen überhaupt möglich ist. Im Grunde wird eine solche Aufgabenstellung für ihn vorgegeben sein.

Derweil bin ich ein Mensch mit einem gewöhnlichen Tagwerk geblieben. Was auch immer ich da geleistet habe, es soll von seiner Art etwas sein, was auch wirklich mit meinem Leben etwas zu tun hat.

Vogel, Ölmalerei

Phänomenales

Das Objekt in den Händen

Lange Jahre schon habe ich in der entsprechenden Alltagssituation darüber nachgedacht, wie man sich mit einem Gegenstand virtuell verbinden kann. Dabei habe ich ganz unterschiedliche Erfahrungen mit den Dingen aus meiner direkten Umgebung gemacht.

So habe ich bereits festgestellt, dass es nicht einen generellen, sondern Wechselweise zwei Zustände gibt, welche das zu einer bestimmten Situation Mögliche für uns selbst festlegen. Mal ist der eine und mal der andere davon dominant wirksam geworden. Dabei ist der eine davon etwas schädlicher als der andere. Sehr zum Leidwesen eines Künstlers ist dieser aber der häufiger Vorkommende im Grundzustand der Dinge.

Auf diesen schädlichen Anteil der Dinge möchte ich nun kurz eingehen. Das soll ein Zustand der Abkühlung sein, was ihn ausmacht. Ein solcher würde es nicht leicht zulassen, dass man in Vereinigung mit einem Objekt tritt. Das wird hinderlich für eine jede Form der Arbeitsverrichtung sein. Man ist ungelenk dabei, wenn man erkaltet ist. Nichts würde da so richtig rund laufen bei uns. Es gibt dann zudem kaum richtige Ergänzungen zur eigenen Form, welche uns etwas möglich machen werden. Man könnte dann nahezu nichts auf eine passende Weise ausgestalten. Das wird ein schrecklicher Zustand sein, welcher einem die Lust am Arbeiten vermiesen kann.

Der andere Zustand ist jener einer inneren Wärme der Gegenstände. Dieser macht sie weich und geschmeidig. Da hat man es dann durchweg gut mit diesem Dasein, wenn man etwas für sich erarbeitet. Man kommt zu Pott bei Tisch und es ist etwas da, von dem man zehren kann. So wirkt sich das aus. Da gelingen die eigenen Werke sogleich wieder besser, wenn man sich an den Dingen erfreut.

Diesen zweiten Zustand gilt es zu suchen und zu verwirklichen. Man sollte es nicht abwarten, bis er von sich aus wahr wird. Wer tätig sein möchte, der stelle diesen Zustand eben einfach bei sich her. Das soll der erste Schritt auf einem Weg hin zu einem eigenen Werkschaffen sein. Ein solches setzt etwas voraus. Dazu muss man es wissen, wie das geht, was man da tun möchte. So etwas hat jeder Mensch genau zu bestimmen. Eine gewisse Übung darin, es bei sich einzurichten, wird zudem erforderlich sein, ehe man die damit verbundenen Kräfte, Impulse und Momente richtig einschätzen kann. Da wird man sich im Umgang mit diesen zu erproben haben. Es sollen unsere Werke in einer einfachen, aber gutartigen Weise gelingen. Man wird gewiss einiges an Freude dabei erfahren, wenn das klappt.

Der Zustand des Wartens auf ein solches Glück wäre unumgänglich. Um eine gewisse innere Wärme an unseren Werkzeugen, den Werkstücken wie auch der Umgebung einzustellen, bedürfen wir einer klaren Ruhe und Stärke für unsere Selbstorganisation. Nutzen wir die gegebenen Möglichkeiten dazu mit Nachdruck. Zuallererst sollen wir aber die atmosphärischen Bedingungen der Umgebung anpassen, um zu einem geeigneten Rahmen für unser Vorhaben zu finden.

Anschließend nehmen wir die vorgesehenen Mittel in die eigenen Hände und erspüren diese. Wir möchten so einen Bezug zu dem gegebenen Objekt herstellen und diesen für eine ganze Weile bei uns aufrechterhalten. Ein Temperaturausgleich findet da zwischen den Händen und dem Gegenstand statt. Das Fließen der Wärme vom einen Ort zum anderen geschieht derweil von sich aus als Übertrag, wenn wir den Gegenstand unserer Wahl erst einmal eine ganze Zeit lang gut festgehalten haben.

Man nehme das Objekt zur Verwendung also sicher in die eigenen Hände und bringe es erst einmal auf eine einheitliche Temperatur. Dabei halte man dieses in einer für unsere Hände angenehmen Weise. Da wird uns dieser Gegenstand mit seiner Haptik wahrscheinlich bald etwas besser vertraut sein.

Dank dieser Einflussnahme auf die Sache ändert sich vielleicht das eigene Verhalten gegenüber ihr. Der Gegenstand wird in einen anderen Zustand versetzt, welcher für uns annehmbar ist. Haben wir diesen Zustand erst einmal zu verwirklichen gelernt, so werden wir bald besser mit solchen Objekten umzugehen wissen. Viel Gutes wird für uns überhaupt erst dann im Umgang mit solchen Dingen möglich sein.

Idee

Unerlässlichkeiten

Ein paar Handgriffe soll jeder Mensch jeden Tag bei sich zuhause tun. Was man da so alles machen möchte, das bleibe einem selbst überlassen. Sich bei dieser Sache in das Tun und Sein eines anderen über Gebühr einzumischen, das wäre arg.

Ein paar Handgriffe wird jeder selbst gerne tun. Man gehe aus einer zeitweiligen Schonhaltung oder wahrscheinlich verkehrt gebildeten Anspruchshaltung heraus und mache seine Dinge in einfacher Weise, auf dass diese auch einmal so wahr werden, wie man diese bei sich einzurichten wünscht.

Phänomenales

Von sich aus Erfolg haben

Ich würde bisher noch immer nicht bereit dazu sein, das zufällige Wirken eines Menschen als einen gewollten Erfolg von diesem anzuerkennen. Es haben die Werke der Menschen gewiss immer wieder einmal einen solchen unbeherrschbaren Anteil an sich getragen, aber das sollte nicht der Hauptanteil an deren Wirken sein.

Mit Sicherheit treten manche Gegebenheiten im Leben eines Menschen auf, welche diesen bedingen. Damit hat man umzugehen. Das eigene Leben werde auf einer geraden Bahn gehalten und somit auch auf eine gute Weise geführt. Es soll gerade darum kein Verwirrspiel für uns selbst sein, wenn wir es bestimmen, was es heißt dieses Leben zu führen.

Ein ungewisses Treiben der Dinge dürfte man nicht auf Dauer zulassen. Man verwehre sich gegen eine Anerkennung des Erfolgs bei allzu zufällig erreichten Zielen. Vielmehr setze man den guten Willen bei sich dazu ein, um es zu ermöglichen, dass ein wahres Werk hergestellt wird. Ich möchte hierbei die reguläre Vorgabe für den Lauf der Dinge ansprechen, aber ich möchte doch allein nur das dafür anerkennen, was auch wirklich im Sinne eines Menschendaseins gut sein wird.

Der Mensch gestehe sich etwas zu. Er lasse sich in diesem Dasein weder über Gebühr von anderen hängen noch treiben. Er gehe seinen Weg freimütig weiter, wie er besteht. Man entscheide sich dafür, einen solchen Weg ganz zu gehen. So erhält man seinen Antrieb. Ein solcher soll gegeben sein. Da wird etwas wahr. Da wird auch gewisslich etwas damit Verbundenes bei uns eintreten. So gehe man das an, wie einem die Dinge erscheinen. Dabei bräuchte man sich weder zu beeilen noch zu hetzen. Diese Sache kommt zuvorderst bei uns und soll durch unsere Absicht bestimmt sein. Diese lege die Art unserer Dinge einmal getreu des bereits Gewordenen fest.

Alles hat seine Zeit. Man lenke seine Dinge richtig. Eine dabei aufgekommene Wahrnehmung hat auch ihre intensive Komponente. Dieser richte man sich nach. Ja, man sollte diese nicht verändern oder gar etwas auf eine überzogene Weise zu bewirken versuchen, was nicht möglich sein würde. Man sollte da besser nicht allzu willfährig im Umgang mit den Gegebenheiten sein. Ein Erfolg, welcher einfach so eintritt, wird gewiss auch einer sein. Jedoch bleibt es bei einem solchen fraglich, ob er aufrechterhalten oder gar wiederholt werden kann. Da nehme man es besser an, was da ist und sich auswirkt. Man orientiere sich also am zeitlich Vorhandenen und erlerne es sich damit auszukennen, wie es erscheint.

Man richte es sich in diesem Dasein so ein, dass die eigenen Dinge Bestand behalten. Das eigene Tun, Haben und Sein soll genauso für die Zukunft eines Menschen eine gewisse Bedeutung aufweisen, wie es das auch bezogen auf seine Vergangenheit tun wird.

Alle zufälligen Geschehnisse werden doch allein nur Auswirkungen einer Situation sein, welche wir nicht beherrscht haben. Diese vergeht einfach. Dann verliert sich so etwas wieder. Was wird uns da noch davon möglich sein? - Da kann man im Nachhinein die eigentliche Ursache der Geschehnisse weder selbst erkennen noch sie richtig verstehen. Das wird so wahr sein, wenn man nicht genügend Acht darauf gegeben hat, wie etwas zu begreifen ist. Man erlerne es da besser, die Dinge genau zu bestimmen und sich eine dazu zugehörige Sache passend einzurichten. Den geeigneten Ansatz dafür soll der aktuelle Moment in seiner Zusammenschau mit dem eigenen Dasein bieten. Das, was uns zusteht, wird auch wirklich eine Erfahrung dieses Lebens sein.

Es wäre gut, das zu benennen und mit dem eigenen Wort dann auch hinreichend festzumachen, was unsere Dinge bewirkt. So etwas werde durch uns aufgezeigt und es hernach auch von uns selbst geklärt, warum das so ist. Da wird der eigene Gedanke manche Substanz besitzen. Etwas davon, was uns eingegeben ist, wird man dazu festzulegen haben. So entsteht bei uns eine Kenntnis davon, was wir gedacht haben. Über diese innerlichen Momente kann man sich mit anderen Menschen gut austauschen, was etwas Weiteres an Kraft bei uns freisetzen soll. Zum Beispiel erhalten wir da zuweilen Rückmeldungen darauf, wie wir etwas ausdrücken, und können das uns Bekannte in Bezug dazu setzen. So erlernen wir etwas, wenngleich das Schritt für Schritt Gelernte auch auf das Gesamte von uns angewandt werden möchte. Das, woran wir selbst einen eigentlichen Bedarf haben, sollen wir gemeinsam mit anderen Menschen verwirklichen. So geht manches zügig voran. Dagegen wird es schade sein, als Solitär zu enden und keinen zu finden, welcher bereit zu einem Austausch mit uns ist.