Das Wurzelwerk

Kapitel

Das Wurzelwerk

Das Wurzelwerk einer Pflanze dient ihr zur eigenen Verankerung am Boden, dem eigentlichen Grund. Dieser liefert Nährstoffe und Wasser für sie. In dieser Flüssigkeit sind die Nährstoffe bereits weitestgehend angelöst.

Mittels dieses Wurzelwerks erhält die Pflanze einen festen Halt und kann darum den Kräften von Wind und Wetter in einem bestimmten Umfang trotzen. Diese Widerstandskraft einer Pflanze ermöglicht ihr eine gute Existenz von gewisser Dauer.

Tomaten, Stillleben, Ölmalerei

Gedanke

Bedingungen des Lebens

Das Leben eines Menschen ist eigentlich mit einem für ihn vorgegebenen Dasein verbunden, welches bereits Bestand erhalten hat. Es wird jetzt schon zu einem uns selbst teilweise noch ungewissen Anteil durch seine Ausprägung festgelegt sein.

Es wäre sicherlich so richtig zu sagen, dass der Mensch ein eigenes Dasein erhalten hat. Dieses soll eines sein, welches in klarer und verständlicher Weise das Gegenteil von Unfug ist. Dank diesem Dasein wird für ihn vieles, was damit im Zusammenhang steht, im Laufe der Zeit klar verständlich. Was damit zu tun hat, wird einmal bekannt.

Dieses Dasein bringt für den Menschen dessen Geschick mit sich. Es wird etwas dabei entstehen, aber es wird darin auch etwas dem Menschen widerfahren.

Es ist auch gewiss so richtig zu benennen, dass auf den Menschen innerhalb seines Daseins manche Prüfung wartet. Im besten Fall tut sie das. Das ist etwas, auf was er sich vorzubereiten hat. Die Prüfungen des gegenwärtigen Zeitgeschehens sind es, welche er, wie jeder andere auch durchzustehen hat. Um das zu schaffen, wird er sich auf den richtigen Weg mit seiner Sache machen müssen. Er wird es so zu erkennen lernen, was seine eigentliche Aufgabe während dieses Daseins ausmacht.

Impuls

Der eigene Geist

Was ist der Gedanke eines Menschen noch für diesen wert, wenn er ihn nicht bei anderen Menschen anbringen würde? Würde dieser da nicht unter den Tisch fallen? - So verliert der Mensch zuweilen seinen Mut und seine Dinge geben etwas von ihrem eigentlichen Wert ab.

Wie wehrt man sich dagegen? - Ich bringe meinen eigentlichen Gedanken und Ideen gerne in meinen Schriften unter. Dabei habe ich nichts Größeres geleistet als das, was ich eh gut kann. Es ist das alles trivial von seiner Art, was ich da mit eigenen Worten beschrieben habe. Und darauf berufe ich mich völlig zurecht, wie ich denke.

Mitunter habe ich dabei unnötig getönt, was ich inzwischen einzudämmen versuche. Meine Schriften geben etwas von beidem an mancher Stelle wieder. Und doch bemerke auch ich es, was daran gut sein wird. Nach und nach habe ich dieses Scheppern meiner Worte erkannt und bin dann doch etwas verstummt. Da gehe ich in mich, wenn das heutzutage noch so bei mir vorkommt.

Da erkenne ich dann manche eigentliche Schwierigkeit von mir selbst und verstehe nicht. Ihr Grund würde mir nicht leicht klar zu machen sein. So mache ich beim Erstellen dieser Schriften anhand einer Erkenntnis meiner Schwäche aus, was ich zu korrigieren habe.

Es soll mein Gedanke sein, durch welchen mir der eigene Geist die fürs Leben notwendigen Impulse verleihen kann. So schöpfe ich dieses Werk als ein durchaus ernsthaft gemeintes Spiel. Mit dem Geschmack meiner Worte setze ich mich dabei auseinander und versuche aus der Falle der Belanglosigkeit zu entwischen.

Das sollen alles Masken und Schablonen für einen eigentlichen Weg sein, was ich da so erstelle. Ich mache das, um selbst bei Werke durch die Sprache und deren Auswirkung zu Kräften zu kommen. Ich glaube an eine dieser Sache innewohnende Macht.

Sprachgestaltung

Der eigene Standpunkt

Ein Mensch kann erst dann sichtbar und greifbar für andere Leute sein, wenn er damit begonnen hat, seinen eigentlichen Standpunkt vor seinen Mitmenschen zu vertreten und zu behaupten. Solange er das noch nicht getan haben wird, vergehen seine Dinge all zu leicht. Dann wird sein Einsatz für dessen eigenes Dasein wohl einer sein, welcher nicht wirklich von anderen Menschen ausreichend wahrzunehmen ist. Darum zeige der Mensch sich zuweilen bei seinen Mitmenschen und komme da vor. Er partizipiere am Werden und Gedeihen der Dinge. Das zu tun wird wichtig für eine Teilhabe sein.

Auch die Technologien der Gegenwart können dazu gut eingesetzt werden, um vor anderen Menschen zu erscheinen. Dank diesen hat man jetzt zusätzliche Zugänge zu anderen Menschen erhalten. Das Internet beispielsweise ist eine mächtige Maschine, von der wir Gebrauch machen, um mit anderen Menschen in Kontakt zu treten. Diese ist in der Lage dazu, einen Computer mit weiteren Computern zu verbinden und Daten von einem Ort zum anderen zu versenden. Sie soll dazu dienen, dass Menschen sich miteinander austauschen. Auf diese Weise werden Informationen gezielt weitergegeben.

Aber das tatsächliche Erscheinungsbild eines Menschen ist für das Protokoll der Computer irgendwie auch auffassbar geworden und kann aufgespeichert sowie ausgewertet werden. Mittels der Eingabegeräte zeichnen wir da Datenspuren in das Firmament des Internets, welche uns auszeichnen und erkennbar machen. Jede Eingabe kann und soll eigentlich auch an irgendwelche Server im Netzwerk übertragen werden, wo diese zu irgendwelchen Zwecken weiterverwendet wird. So kann auch ein Abdruck dieser Spuren erkannt und mit der Zeit hinreichend gut einzelnen Personen zugeordnet werden.

Die Vorstellung, dass man als Endnutzer des Internets eine Kontrolle darüber behalten kann, was da an psychometrischen Daten gesendet und empfangen wird, setzt eine gehörige Portion Naivität voraus. Das wäre unglaubhaft, wenn jemand behaupten wird darum zu wissen. Wir würden es ja nicht einmal erahnen, was da alles von den Providern gesammelt und ausgewertet wird.

Berge und Hügel, Aquarell

Phänomenales

Der Habitus des Menschen

Die Art der Zusammenkünfte einer Gemeinschaft von Menschen wird immer irgendwie reguliert. In der Regel geschieht das durch diejenigen Menschen, welche an ihrer Organisation in berechtigter Weise einen gewissen Anteil haben. Diese legen zu einem bestimmten Teil das fest, was innerhalb eines feststehenden Rahmens, etwa einer Feierlichkeit, geschehen soll.

Um für solche Ereignisse selbst firm genug zu sein, soll der Mensch sich einen passablen Habitus bewahren, mit dem er auch gut ankommen wird. Von einem solchen Habitus wird einmal ein guter Teil seiner Lebensqualität mit abhängen. Dieser macht etwas aus und trägt Bedeutung für manche Anerkennung, Berechtigung und Würde eines Menschen an sich. So, wie wir von anderen angesehen werden, so nehmen uns diese auch wahr.

Einsicht

Die Bedeutung der Dinge

Kein Mensch kann etwas wissen, was ihm nicht irgendwo bereits einmal über den Weg gelaufen oder sonstwie bekannt geworden ist. Kein Mensch kann etwas zu einer Sache sagen, welche er nicht bereits zuvor irgendwo kennengelernt hat.

Die Sinne des Menschen eignen sich zu einer Wahrnehmung, nicht aber zu einer Bildung der Dinge. Dazu bedarf es schon eines Werkes, um etwas herzustellen.

Aber auch ein Werk würde nicht einfach so entstehen. Es ist immerzu allein nur eine Assemblage aus Bekanntem. Dieses wird angeordnet und durch unsere Hände dabei etwas modifiziert. Es entstehen dabei immer wieder neue Eindrücke von einer einzigen Sache, dem Werk bei uns. Diese sind es, welche wir heraus- oder hineinarbeiten.

Tisch mit Früchten, Aquarell

Einsicht

Der Gedanke als Talent

Der augenblicklich bei einem einzelnen Menschen vorhandene Gedanke kann eine gewisse Bedeutung für das weitere Dasein der gesamten Menschheit haben. Ein solches Potential besitzt das Denken von uns Menschen.

Ein Gedanke besitzt immer wieder auch einmal die Kraft zur Beherrschung eines solchen Potentials, mit welchem sich etwas zum Guten für alle Beteiligten einer Gesellschaft bewegen lässt. Wann immer man etwas Geeignetes zu leisten vermag, soll man dies auch tun. So wird die Welt ins Lot kommen und der Mensch etwas durch sein Tagwerk erhalten. Warum sollten wir das auch nicht anstreben? Wer möchte nicht zu einer Säule am Tempel der Welt werden?

Methode

Mit dem Eigenen in Verbindung bleiben

Das Eigentliche dieses Daseins wird von einem hohem Wert für die gesamte Menschheit sein. Jedem soll das so gehen. Es wird bei mir durch das eigene Gut verkörpert, weil ich dazu einen Zugang erhalten habe, aber auch weil ich kaum etwas anderes so gut kenne wie das. Dieses bildet meinen eigentlichen Fundus. Ihn verbessere ich nach und nach eingehend. Der Fundus ist derweil zu dem eigentlichen Rückgrat meines Kunstschaffens geworden. Ich kann mit meinen eigenen Sachen durchweg so manches anfangen, dessen ich auch wirklich bedarf.